Rezension 1

Andere Häfen von Christopher Ecker

„Andere Häfen“ von Christopher Ecker vereint viele Einzeltexte, die wie Diamanten zu glänzen wissen, wie Petit Fours zu genießen sind, wie Wasser den Geist bereichern. Die Texte wenden sich an Leserinnen und Leser, die es zu schätzen wissen, dass ein Autor an und mit Worten und Sätzen arbeitet, Prosa schreibt, Sprache gestaltet. Die Inhalte sind teilweise vordergründig zu verstehen (Zwei Kätzchen), oft mindestens doppelsinnig (Zitronenarm) und häufig geheimnisvoll (Magst du mich?). Sie enthalten wortreiche Beschreibungen: Detailgenau wird der Schmerz dargestellt in ‚Der brennende Berg’, machen die überdeutlichen Bilder in ‚Auf glühenden Kohlen’ uns zu Mitwissern, wird uns Lesern ein Spiegel vorgehalten in „Verlorenheit“. Tod und Sterben, Miteinander und Alleinsein, das Schreiben an sich werden behandelt und dies ganz unterschiedlich.

In Bezug auf die unterschiedliche Länge der Texte sagte Herr Dr. Sandfuchs in seiner Einführung im Literaturhaus, dass er dieses Buch allen wünsche, die an einem Tisch in einem Restaurant auf den oder die Raucher warten müssten. Es eignet sich ebenso dafür, immer wieder in die Hand genommen zu werden; denn bei vielen Texten möchte ich gleich noch einmal beginnen, um dem Rätselhaften näherzukommen, Teile der Selbstreflexionen des Autors mit meinen Erfahrungen zu verknüpfen oder Freude an geschliffener Prosa zu empfinden, die sich nicht davor scheut, auch grauenhafte oder gemeinhin als obszön benannte Inhalte darzustellen.

Für mich ist es ein Buch, das ich häufiger verschenke, das im Bücherschrank verbleibt, auch wenn dieser sich verkleinern wird, ein Buch, für das ich hoffentlich noch lange den Verstand behalte: ein Buch fürs Leben. „Denn Geschichten sind Kisten, weiß ich nun, die man an die Stelle stülpt, die niemals ein anderer betreten soll.“ S. 129

 

 

Freundeskreisabend im Winter


Im November, schon traditionell am Buß- und Bettag, laden wir vom Freundeskreis ‚Kieler‘ BuchhändlerInnen ins Literaturhaus, am 20. 11.2019 kamen Frau Lalowski von der Wiker Buchhandung, Frau Goullon von der Flintbeker Bücherstube, Herr Harder von der Buchhandlung Almut Schmidt in Friedrichsort.

Gisbert Osmy hatte – neben vielem anderen – die  Liste vorbereitet, die durch eigene Eindrücke ergänzt werden konnte, Stephan Ratschow saß hinter einem gut gefüllten Büchertisch und verkaufte in der Pause und hinterher ganz gut für die Buchhändler/innen.

Regina Gehrts war wie so oft für die hübschen Tische  (und später für den Getränkeausschank) zuständig. In der Pause gab es muntere Gespräche und ein abwechslungsreiches Büfett, das wie immer von Freundeskreismitgliedern erstellt und gespendet worden war. Ich bedanke mich ausdrücklich bei unseren Gästen und bei allen, die mithelfen und unterstützen. Es ist ein schöner Freundeskreisabend und wir gingen nach konzentriertem Zuhören mit vielen Anregungen zum Lesen nach Hause.

Der Freundeskreisabend wird am 12. Januar um 11 und 22 Uhr beim Offenen Kanal ausgestrahlt

Lesefest Länderschwerpunkt Norwegen


Ein wunderbarer Sommerabend, windstill, angenehm warm (zunächst), SOMMERFEST des Literatursommers zum Thema Norwegen am 2. August 2019; und wir vom Freundeskreis haben nicht unerheblich zum Gelingen beigetragen.
Gisbert, Günther und Nils waren tagsüber und abends dabei: Auf- und Abbau, Gisbert hat am frühen Abend 55 Stockwerke gezählt, die er bis dahin gelaufen war!
Die leckeren Speisen für das umfangreiche Büfett haben gezaubert, d.h. Zeit, Zutaten und Mühe investiert: Gisela, Karin, Heike, Brigitte D, Regina G, Anne, Brigitte L, Maren, Ute P., Marianne und Ute Z. köstlich, Appetit anregend, bald verzehrt. Heike saß an der Hauptkasse, Gitti, Gisbert, Maren und Ute P. verkauften Getränke, Marianne, Karin und Regina verkauften am Büfett. Viele blieben noch zum Aufräumen, das war schön. Und als ich ging, war Gisbert immer noch dabei, mit den jungen Leuten Tische und Bänke zu räumen. VIELEN DANK an alle, es ist eine Freude!
Ach ja, für das Literaturhaus sicher eine Hauptsache: Die beiden ‚Lesungen‘ waren hervorragend: klug ausgewählt und ‚genau richtig‘ zugeschnitten, interessant ‚zubereitet‘ und konzentriert ausgeführt, ein intensiver Genuss, der mit großer Aufmerksamkeit belohnt wurde. Danke, Sara Francese und allen anderen Mithelfern.

Frühstück im Frühling 2019

Unsere traditionelle Veranstaltung schlägt eine Brücke zwischen Lesen/Literatur, einer Person des öffentlichen Lebens in Kiel und dem Zusammensein innerhalb des Freundeskreises und mit Gästen.

Es gab großartiges Wetter, um draußen zu sitzen, aber wir haben uns wegen des technischen Aufwandes für die Veranstaltung im Hause entschieden, gleichwohl gab es dekorierte Tische und Bänke im Schatten vor dem Haus, die während der Pausen und im Ausklang auch gut genutzt wurden. Unsere Gäste waren zahlreich erschienen, gefreut haben wir uns über Dr. Sandfuchs, Gudrun Fohrmann und Alisa Woronow vom Literaturhaus und später die junge Familie Prinz (ehemals Sara Dusanic)!

So gab es volle Aufmerksamkeit für einen Vortragenden, der sich über unsere Einladung gefreut hatte. Dr. Kai U. Jürgens erzählte frei und interessant von seiner Leseentwicklung, seinen Lesevorlieben und seinen Lieblingsautoren. Immer muss es die Sprache sein, Rhythmus, ein Sog muss entstehen, der ihn als Leser in den Text hineinzieht. Dies verdeutlichte er eindrucksvoll durch den gekonnten Vortrag einer kleinen feinen Auswahl an Prosatexten und – nach der Frühstückspause – Gedichten. Samuel Beckett, Arno Schmidt, Thomas Bernhard, Ror Wolf, Christopher Ecker wurden von ihm genannt, er konnte keine Autorin nennen, die ihn in gleicher Weise in den Bann gezogen hätte. Wir bedankten uns herzlich bei unserem Gast, der uns eine solch anregende Zeit beschert hatte.

Für das überaus leckere und abwechslungsreiche Büfett und die Rundumbetreuung mit Getränken bedanken wir uns sehr gern bei: Heike Bunzen, Nana Fahl, Angelika Faust, Illa Feldmann, Renate Graetsch, Ulla Klosa, Maren Nielsen, Susanne Ohnhaus, Gisbert Osmy, Bianca Schöning, Mücke Voss, Ute Zopf. Gisbert und Nana haben auf- und abgebaut, Gisbert saß an der Kamera, viele halfen mit aufzuräumen, wir sind schon eine tolle Truppe – DANKE!

Luisa Linkersdörfer am Literaturtelefon

Am Literaturtelefon unter der Rufnummer 0431/901-8888 und auf www.literaturtelefon-online.de sind in den nächsten Wochen die Preisträger des vom Freundeskreis des Literaturhauses Schleswig-Holstein e.V. ausgeschriebenen Jungen Literaturpreises S.-H. 2019 zu hören.
Luisa Linkersdörfer gewann mit ihrem Text „Der Hund, der aus dem Meer kam“, den sie vom 20. bis 30.5. am Literaturtelefon liest, den 2. Preis.

Aus der Laudatio von Stephan Ratschow (Mitglied der Jury des Jungen Literaturpreises S.-H.): „Unsere Welt ist ja tatsächlich zuweilen kompliziert und ein bisschen abgedreht, also abgerückt – von dem Normalen? Was war noch gleich normal?“

Jule, der Protagonistin in Luisa Linkersdörfers Erzählung „Der Hund, der aus dem Meer kam“, haben die Ärzte eine leichte Form des Autismus diagnostiziert. „Ihre Mutter hat nach der ärztlichen Diagnose, die erst vier Wochen zurück liegt, endlich eine Schablone, mit der sie ihre Tochter verstehen kann. ’Typisch autistisch!’ Und das heißt was?“

„Entwicklungsstörung, die sich u.a. […] im Umgang mit Mitmenschen, in der Kommunikation und in sich wiederholenden und stereotypen Verhaltensweisen äußert. Es wird zwischen mancherlei Formen der Störung unterschieden. Die Unterscheidung fällt in der Praxis jedoch immer schwerer, da zunehmend leichtere Formen der einzelnen Störungsbilder diagnostiziert werden“, so heißt es u.a. auf www.autismus.de.

In der Laudatio weiter: „In unaufgeregter, bescheidener Sprache erzählt Luisa Linkersdörfer von Jules etwas besonderen Sicht auf die Welt und das Leben, ihre Beziehung zur Natur, die Zuverlässigkeit ihres Katers Taco und die Stärke des neuen Genossen, der Hund Argo, der sich ihr einfach so zugesellt.

Gerne hätte ich Luisa gefragt, ob die liebevolle, schlichte Darstellung des Autismus eine Metapher auf das sei, was unsere Gesellschaft fast schon verloren hat? – Ehrfurcht vor dem Lebendigen, Respekt der Natur gegenüber und den Erhalt der natürlichen Ökosysteme.

Luisa ist ein spannender, interessanter Text gelungen, der zum Glück happy endet. Hören Sie selbst.“

Literaturtelefon Kiel: 0431/901-8888 www.literaturtelefon-online.de
Kontakt: kontakt@literaturtelefon-online.de Jörg Meyer, Tel.: 0431/2602656, 0171/8369532

Nicolas Geissler am Literaturtelefon


Am Literaturtelefon unter der Rufnummer 0431/901-8888 und auf www.literaturtelefon-online.de sind in den nächsten Wochen die Preisträger des vom Freundeskreis des Literaturhauses Schleswig-Holstein e.V. ausgeschriebenen Jungen Literaturpreises S.-H. 2019 zu hören.

Nicolas Geissler gewann mit seinem Text „Auch der ewige Sommer muss enden“, den er vom 6. bis 19.5. am Literaturtelefon liest, den 1. Preis. Wir präsentieren die Lesung des Autors in voller Länge (ca. 21 Minuten). In einer Art Coming-of-Age-Geschichte trifft Celeste nach längerer Zeit ihren Vater wieder, weil sie Zukunftsängste plagen. Wie ihre (getrennten) Eltern ist sie eine Vagabundin, was einerseits Freiheit, aber auch Heimatlosigkeit bedeutet. Den „himmelblauen“, hippie-haften, ja, aus ihrer Sicht reichlich „blauäugigen“ Lebensentwurf ihrer Eltern (die Mutter lebt auf einem Hausboot) hat sie einerseits übernommen, andererseits opponiert sie dagegen, weil sie sich auf der Suche nach dem eigenen Glück nirgendwo „angekommen“ fühlen kann. Die Jury lobte vor allem die „unaufgeregte“ Präzision, mit der die inneren Zustände der Protagonistin in äußeren Bildern reflektiert werden, die eben ganz und gar nicht „himmelblau“ seien.

Literaturtelefon Kiel: 0431/901-8888 www.literaturtelefon-online.de
Kontakt: kontakt@literaturtelefon-online.de Jörg Meyer, Tel.: 0431/2602656, 0171/8369532

Das Literaturtelefon Kiel wird betrieben von Jörg Meyer und wird gefördert vom Amt für Kultur und Weiterbildung der Landeshauptstadt Kiel.

Angelina Bock am Literaturtelefon




Am Literaturtelefon unter der Rufnummer 0431/901-8888 und auf www.literaturtelefon-online.de sind in den nächsten Wochen die Preisträger des vom Freundeskreis des Literaturhauses Schleswig-Holstein e.V. ausgeschriebenen Jungen Literaturpreises S.-H. 2019 zu hören. Angelina Bock gewann mit ihrem Text „Der Glücksmacher“ den 3. Preis und liest ihn am Literaturtelefon vom 15. bis 28.4. Die Aufnahme entstand im Rahmen der Lesung zur Preisverleihung im Literaturhaus S.-H. am 25.3.2019.

Laudatio (Jörg Meyer)

„Es war einmal“, „eines schönen Tages“, so beginnen Märchen und spinnen sich fort. Auch dieses vom „Glücksmacher“. Angelina Bock „bedient“ das Genre entsprechend und karikiert, parodiert es zugleich. Was vom Klang her und in der Faktur fast aus der originalen Feder der Gebrüder Grimm stammen könnte, ist ein ganz modernes Märchen vom Glück – und seiner Flüchtigkeit.

Ein Glücksmacher ist hier unterwegs zu manchen Unglücklichen, um ihnen das Glück zu bringen, sie zu beglücken. Wie beim berühmten Märchen „vom Fischer und siene Fru“ dekliniert die Autorin die Glücksempfängerinnen durch – auch sprachlich wie in nämlichem Märchen, wo sich Sätze des immer Gleichen wiederholen. Der eine hat dies Leid, die andere jenes Gebrechen und wird vom Glücksmacher geheilt, indem er ihnen das Glück übergibt. Doch die alte Geschichte bleibt immer neu, wie Heine einst wusste: Das Glück heilt für den Moment, doch dann will es wieder zurück zu seinem „Vater“ und Macher, bevor es selbst unglücklich wird.

Sagen wir es ruhig so: Dieses Märchen glückt in seinem geradezu archaisch erzählerischen Kreisen um das Glück, das immer nur für einen Moment da ist, um dann wieder zu verschwinden, auf neue Reise zu gehen. Eine wundervolle, geradezu philosophische Parabel auf das wie sein Macher stets auf Wanderschaft befindliche Glück. Nur in seiner Flüchtigkeit ist es, kann nur so sein.

Und wenn es am Ende heißt „Denn der Glücksmacher, so sagt man, kommt bei jedem einmal vorbei. So wird er auch zu dir kommen, um das Glück in deine Hände zu legen. Welches Unglück wirst du ihm dann klagen und wie lange wirst du warten?“, sind wir als LeserInnen seltsam beglückt – und auf das Glück hoffend getröstet.

Literaturtelefon Kiel:

0431/901-8888

www.literaturtelefon-online.de

Kontakt:

kontakt@literaturtelefon-online.de

Jörg Meyer, Tel.: 0431/2602656, 0171/8369532

Das Literaturtelefon Kiel wird betrieben von Jörg Meyer und wird gefördert vom Amt für Kultur und Weiterbildung der Landeshauptstadt Kiel.

Preisverleihung, die dritte!

Erstmalig fand diese Preisverleihung unter ungünstigen Bedingungen statt: Zwei der Preisträger mussten ihre Teilnahme absagen: Der Schüler in Rom bat den Großvater um seinen Einsatz und der Text der Zweitplatzierten wurde angemessen vorgelesen von der Praktikantin aus dem Literaturhaus Sölve Lorenzen, die wir tatsächlich erst am Tag selbst gefragt hatten.

Angelina Bock, 3ter Platz, liest Der Glücksmacher

Sölve Lorenzen liest für Luisa Linkersdörfer, 2ter Platz aus Der Hund der aus dem Meer kam

Herr Wagner liest für Nicolas Geissler, 1ter Platz aus Auch der ewige Sommer muss enden

Sölve Lorenzen war bereit einzuspringen, unseren herzlichen Dank noch einmal

Die Jurymitglieder R. Steinriede, S. Ratschow und G. Beissenhirtz im Gespräch

Trotz aller Hindernisse hörten all unsere Gäste interessiert und konzentriert zu, als Angelina Bock, die dritte Preisträgerin, begann.


Im Anschluss entspannen sich lebhafte und interessante Gespräche

A. Stargardt sorgt dafür, dass alle Schulen informiert sind, sicher ein Grund, dass wir so großen Zuspruch aus dem Land bekommen haben, u.a. waren zwei Teilnehmerinnen aus Niebüll gekommen mit ihrer Lehrerin N. Köhler.

In bewährter Weise gab es ein Büfett mit leckeren Häppchen, zubereitet von Helferinnen aus dem Freundeskreis: herzlichen Dank an Ulli Gehl, Angelika Faust, Mücke Voss, Karin Bündgens, Brigitte Drews, Brigitte Lindner, Marianne Recknagel, Romy Steinriede, Ute Pfeiffer, Jutta Kürtz, Ilona Osmy, lieben Dank auch für alle Hilfe am Abend selbst. Es war wieder eine ‚schöne’ Feier!                          

                               Ute Zopf, in Zusammenarbeit mit Gisbert Osmy